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16. Jahrestagung, 18. - 20. September 2019, Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf

Thema

„Heterogenität: Vermittlung von Schlüsselkompetenzen zwischen Anspruch und Wirklichkeit!?“

#nachgefragt

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spannend zu lesen: Die deutsche Lehrenden gehen in der Regel davon aus, dass deutsche Studierende über eine breite Allgemeinbildung verfügen und wissen, was das Studium von ihnen verlange. Sie haben ein überdurchschnittliches Abitur absolviert, seien hoch motiviert, können sich gut ausdrücken und selbst organisieren. Nach einer Studie des CHE entsprechen diesem Wunschbild allerdings nur gut 13 % der Studierenden und die Vielfalt der Studierenden ist deutlich breiter als dieses Bild.

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Die 16. Jahrestagung der Gesellschaft für Schlüsselkompetenzen in Lehre, Forschung und Praxis e.V., die vom 18. bis zum 20. September 2019 in Düsseldorf in Kooperation mit der Heinrich-Heine-Universität stattfand, beschäftigte sich mit dem Thema „Heterogentät: Vermittlung von Schlüsselkompetenzen zwischen Anspruch und Wirklichkeit“. Die wachsende Heterogenität der Studierendenschaft und die damit verbundenen Konsequenzen für Studium und Lehre stehen zurzeit im Mittelpunkt hochschulpolitischer Diskussionen.  Impulsvorträge und Workshops befassten sich daher intensiv mit Themen der weiter zunehmenden Heterogenität. Konzepte und Modelle für einen erfolgreichen Studienabschluss und einen gelingenden Übergang in den Beruf – unabhängig von Geschlecht, Bildungsbiographie oder soziokulturellem Hintergrund der Studierenden – wurden vorgestellt und lebhaft diskutiert. Ein kleines ansprechendes Rahmenprogramm bot zudem Möglichkeiten zum intensiven Erfahrungsaustausch und zum Netzwerken.

Die Tagung begann mit der Vorstellung der Studierendenakademie an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, die Lehrangebote zu überfachlichen Kompetenzen bündelt, durch die Geschäftsführerin Dominique Brasseur, M.A.. Die anschließend präsentierten, sehr unterschiedlichen Bereiche innerhalb der Studierendenakademie wurden dem Leitsatz der Studierendenakademie „Einheit in Vielfalt“ durchaus gerecht. Besonders erfreulich war auch die Teilnahme von Studierenden der Universität Düsseldorf, die in der Akademie die Seminare „Mediale Begleitung einer wissenschaftlichen Tagung“ und „Journalistisches Schreiben“ belegt hatten und die gesamte Tagung begleiteten.

Am nächsten Morgen stellte Prof. Dr. Anja Seng, Rektoratsbeauftragte für Diversity Management an der FOM zunächst die sehr heterogene Studierendenschaft an der Hochschule vor. Anschließend zeigte sie Lösungskonzepte für den Umgang mit dieser Herausforderung auf, wobei sie besonders die Förderung und Stärkung der Diversity-Kompetenz der Lehrenden und Lernenden hervorhob.

Tiefere Einblicke in studentische Lebenswelten bot die zweite Keynote von Dr. Alexa Maria Kunz vom House of Competence, Karlsruher Institut für Technologie (KIT). Unter dem originellen Titel „ECTS sind mein Gemüse“ bot der Beitrag eine Kategorisierung studentischer Grundorientierungen, den Versuch einer Identifizierung fachkultureller Merkmale und letztlich die Erkenntnis, dass gerade die Unterschiede in den studentischen Lebenswelten den Erwerb von Schlüsselkompetenzen bedingen.

Am Nachmittag boten zahlreiche Workshops die Gelegenheit, verschiedene Aspekte des Tagungsthemas zu vertiefen und die mit den Kolleginnen und Kollegen gewonnenen Erkenntnisse dem Plenum zu präsentieren.

Christian Horn M.A., Assistant Professor im Department of German Education, Hankuk University of Foreign Studies, Seoul beleuchtete zum Abschluss des zweiten Tages die Vermittlung von Schlüsselkompetenzen an koreanischen Hochschulen und gab einen intensiven Einblick in die Lebenswelten koreanischer Studierender.

Prof. Dr. Tobias Seidl von der Hochschule der Medien in Stuttgart machte am dritten Tag in seinem Vortrag deutlich, dass Heterogenität ein Mehrebenenproblem ist, das die Ebenen „Struktur“, „Strategie“ und „Kultur“ in der Hochschule betrifft.

Den Abschluss der Tagung bildete ein interaktives Streitgespräch zwischen Prof. Dr. Eva Waller, Vizepräsidentin Studium – Lehre – Internationales an der Hochschule Bochum, und Dr. Hendrik den Ouden, Operativer Leiter des Zentrums für Hochschuldidaktik an der Universität zu Köln. Thema des Streitgesprächs war der feine/kleine Unterschied mit Blick auf Schlüsselkompetenzen an Hochschulen und Universitäten. Und auch hier konnte man das Ergebnis der Diskussion als ‚Einheit in Vielfalt‘ zusammenfassen, denn trotz einiger Unterschiede bei der Gewichtung der Schlüsselkompetenzen waren sich beide einig, dass die Vermittlung von Schlüsselkompetenzen gerade im Hinblick auf die Heterogenität der Studierenden eine wichtige Aufgabe an den Universitäten sowie an Hochschulen sein muss.

Das Fazit der 16. Jahrestagung der Gesellschaft für Schlüsselkompetenzen in Lehre, Forschung und Praxis e.V.:

  • fruchtbares Netzwerken und ein guter kollegialer Austausch
  • Einblicke in andere Einrichtungen und Befunde aus der Forschung
  • sehr hilfreiche Ergebnisse und Ansätze zum Transfer in die eigenen Einrichtungen und in die Hochschullandschaft.